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Neu ab 22.09.22 in Bestbesetzung - Johannes B. Kerner trifft Robbie Williams - Ich bin ein Gefühlsmensch, ein Schmuser und Knuddler


Johannes B. Kerner spricht in seinem Talkformat Bestbesetzung bei Magenta TV, dem innovativen TV-Anbieter der Deutschen Telekom, mit großen Persönlichkeiten unserer Zeit. In der aktuellen Ausgabe, gestreamt ab dem 22. September 2022, hat er Robbie Williams (48) zu Gast. Im Interview spricht der britische Sänger und Songwriter über seine Kindheit in Stoke-on-Trent, die Liebe zu seiner Frau und die Leidenschaften seiner vier Kinder. Er lässt uns teilhaben an seinen dunkelsten Stunden und verrät, warum er Helene Fischer ebenso schätzt wie Jürgen Klopp.

... über seine Kindheit und Jugend?
Ich hatte wirklich die beste Zeit in meiner Kindheit. Ich liebe meine Leute, meine Familie, die Gegend, aus der ich komme, auch die Werte, die wir damals hatten und den Humor. Und ich hatte eigentlich die Chance, nichts zu haben: Das war ein Geschenk. Weil daraus der Wunsch und das Bedürfnis entstand, wirklich alles daran zu setzen, besser und größer zu werden. Ich hatte dieses Vorbild durch eine Mutter, die sehr ehrgeizig und sehr geschäftsorientiert war – sie hatte absolut Antrieb. Und ich hatte einen Vater, der sehr charismatisch war, ein Comedian, ein Entertainer. Ich glaube, ich habe von beiden die besten Qualitäten geerbt, sowohl den Antrieb als auch die Fähigkeit, sich selber zu präsentieren.

...über seine Zeit mit Take That?
Du fühlst dich plötzlich wie außerhalb eines Raumschiffs und zum Mars transportiert. Und dann stehst du auf dem Mars, und es ist niemand da, der dich begrüßt und sagt: Guck mal, so leben wir hier, das erwarten wir von dir. Es war völliges Neuland, fremdes Terrain – und für mich gemischt mit dem Gefühl, derjenige zu sein, der immer ein bisschen gestört hat. Der kleine Bruder. Wenn ich nach Hause ging, blieb dieses Unsicherheitsgefühl, nicht mehr zur Gruppe zu gehören. Du stehst außerhalb und man kümmert sich auch nicht so richtig um dich. Niemand war mit der Situation vertraut! Ob Plattenunternehmen oder Management: Das war neu für uns alle. Niemand wusste, was man davon erwarten sollte.

...über seinen Erziehungsstil?
Die Älteste ist neun, die Jüngste zwei. Ich weiß, wenn man streng ist und mit den Kindern herumschreit: Das funktioniert nicht. Meine Mutter war streng, die hat mich auch angeblafft, und es hat nicht funktioniert. Im Gegenteil, dann wollte ich mich umso mehr durchsetzen. Das Einzige, was ich sagen kann ist: Bitte, hier habt ihr alle Informationen, ihr werdet erwachsen werden und müsst eigene Entscheidungen treffen. Man kann die Kinder einfach nur soweit unterstützen, wie es geht. Und falls es ein Problem gibt – hoffentlich nicht –, dann weiß ich wahrscheinlich gut, wie man damit umgeht. Aber das liegt in Gottes Hand.

...über die Legalisierung von Cannabis
Ich bin jemand, der aus der Stadt Stoke-on-Trent kommt und glücklich geworden ist mit Liedersingen. Und wenn ich jetzt was zur Legalisierung sage, werden das Big News, das ist klar. Ich möchte nicht laienhaft über Dinge reden, von denen ich nicht sehr viel verstehe. Aus dieser Perspektive würde ich sagen: Ja, legalisieren. Der Krieg gegen die Drogen funktioniert ja nicht. Naja, gut funktioniert insofern, als dass die Drogen funktionieren.

...über seine Depressionen
Ich spreche offen darüber, weil ich vielleicht verstanden werden möchte. Weil ich das Bedürfnis habe, mich öffentlich in einer bestimmten Weise darzustellen. Da hat man ein Image und kann dieser oder jener sein. Ich weiß nicht, warum ich das immer so rausblubbere. Wenn das den Menschen hilft, umso besser. Aber ich würde nicht behaupten, das aus altruistischen Gründen zu machen. Ich glaube, es ist eher egoistisch. Es ist dieser Zwang, sich Dinge vom Leib zu reden.?Warum belastet es mich, sozial zu agieren? Warum fühle ich mich da nicht wohl? Warum fühle ich mich nur wohl, wenn ich mit meiner Frau und den Kindern zusammen bin, aber außerhalb von Zuhause nicht? Und dann habe ich diesen Job, in dem ich extrovertiert und eine große Persönlichkeit bin. Warum bin ich nicht wie der, sondern ein anderer? Und diese Dichotomie ...

...über seine Tochter Teddy
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie irgendetwas anders macht, als Entertainerin zu werden. Das macht mir auch keine Angst, es ist ja eine Passion, und wenn ihre Leidenschaft jetzt Computer wären oder Elektronik oder egal was, würde ich auch das unterstützen. Ich finde, Teddy ist wie ich, so ein Bühnentyp. Charlie ist eher wie ich jenseits der Bühne. Und die anderen, unser Team B, haben ebenfalls große Persönlichkeiten.

...über Helene Fischer
Ich habe schöne Erinnerungen an nette Menschen. Und es ist immer schön, wenn du mit einer Künstlerin zusammenarbeiten kannst, die bescheiden, freundlich und unproblematisch ist, die professionell ist. Ich würde jederzeit wieder mit ihr arbeiten, absolut. Wir haben alle unser Ego. Aber bei Helene sehe ich nicht das große Ego, sondern einfach eine nette, freundliche Person, einen sehr professionellen Menschen.

...über Frauenfußball?
Frauenfußball gibt es schon lange, aber jetzt ist wirklich der Scheinwerfer drauf und war nie so groß wie jetzt, und deshalb sage ich: Wir wollen mehr davon. Ich frage mich, ob da möglicherweise nicht vielleicht doch ein bisschen schlechtes Gefühl aufkommt – wegen verpasster Elfmeter und diesem Konkurrenzkampf mit den Deutschen. Dass man diesen Spielerinnen jetzt eher sagt, was sie können und was sie nicht können. Die hatten frische Beine, frische Köpfe, frische Ideen, frische Begeisterung und waren unbelastet und konnten tatsächlich was reißen. Also ich denke, das ist schon eine tolle Lektion für die Männer, da können die was lernen.

...über Romantik?
Meine Liebessprache? Ich bin sehr taktil. Ich bin ein Gefühlsmensch, ein Schmuser und Knuddler. Ich sage meiner Frau nette Sachen, weil ich an sie glaube und weil ich sie so meine, und zwar jeden Tag.

...über Jürgen Klopp?
Jeder mag Jürgen, oder? Ich habe überhaupt kein Problem, dass er Liverpool trainiert. Wegen ihm mag ich Liverpool. Er hat eine unglaubliche Persönlichkeit und ist eine Inspiration. Wir sind sehr froh, dass unsere Premier League Leute wie ihn hat, denn das macht für einen Fußballfan einfach etwas Größeres aus der ganzen Geschichte. Dieses Gefühl, so einen Menschen wie Jürgen dabei zu haben – da bin ich stolz auf unsere Liga. Es ist dieses Riesencharisma, seine Riesenpräsenz, die ist einfach ansteckend. Er ist ein besonderer Mensch. Ich weiß nicht, wie er es schafft, für sich selbst überhaupt noch Energie übrig zu haben. Jeder saugt sich bei ihm in den Interviews heraus, was er brauchen kann. Ich weiß nicht, wie das ist, mit ihm täglich in der Umkleide zu sein. Also, dass er dabei noch geistig gesund bleibt und Energie für sich und die Familie behält ... Ich finde unfassbar, was der alles gibt.

...über Alkoholkonsum?
Das Beste am Nüchternsein ist: Du wachst nicht auf und musst dich schämen und fragen, „Was habe ich gemacht, was habe ich gesagt?“. Ich habe einfach viele Tage verloren, an denen ich verkatert war. Das Leben ist schwierig genug, da muss man sich nicht selber noch mit Gift am Abend zuknallen. Also, das Beste am Nüchternsein ist, dass du nie sorry sagen musst.