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Bestbesetzung ab 04. Dezember auf MagentaTV - Johannes B. Kerner trifft auf den Ausnahmefußballer Toni Kroos

Hamburg, 1. Dezember 2020 - Der gebürtige Greifswalder Toni Kroos gilt als der beste Dirigent, den der Weltfußball je gesehen hat. Nach Titeln der erfolgreichste deutsche Fußballer aller Zeiten. Heute lebt der 30-jährige Ausnahmesportler seit 6 Jahren mit seiner Frau Jessica und den Kindern in Madrid. Dort gewinnt er mit seinem Verein Real Madrid eine Champions League nach der nächsten. Seine Fans sind über die ganze Welt verteilt, aber die Deutschen liegen ihrem Fußballidol förmlich zu Füßen. Jetzt erlaubt er ein langes Gespräch mit Johannes B. Kerner für die 6. Folge von Bestbesetzung. Das MagentaTV Original präsentiert Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Sport und Politik von einer anderen Seite. Toni Kroos zeigt sich offen und sympathisch-bescheiden, er spricht über seine Kindheit, das Verhältnis zu seinem Vater Roland, der lange sein Trainer war, Karrierewünsche und wie es sich anfühlt, während der Corona-Pandemie im menschenleeren Stadion zu spielen. Die Bestbesetzung mit Toni Kroos, steht ab Freitag, 04. Dezember 2020, allen MagentaTV Kunden zum Abruf zur Verfügung.

… über Angela Merkel
„Angela Merkel ist für mich eine sehr beeindruckende Frau. Ich habe bei ihr immer das Gefühl, dass sie jede Entscheidung mit gutem Herzen trifft und nie irgendwelche strategischen Sachen hintenrum vorhat. Sondern sie trifft das aus ihrem vollem Herzen – gut gemeint als guter Mensch – ich finde, das ist heutzutage, wenn man nach links und rechts guckt, extrem viel wert. Wir haben ja immer das Problem in Deutschland, dass wir nach den Fehlern suchen – aber wenn man mal so ein bisschen über die Grenzen hinaus hört – ich merk das selber, ich bin in Spanien (…), im Ausland wird positiv über diese Frau gesprochen. Ich finde, da könnten wir uns in Deutschland eine richtig große Scheibe von abschneiden.“

… über seinen Wechsel zum FC Bayern München
„Dass ich mich damals in München so durchgeboxt habe – mit 16 Jahren, hat mir für den weiteren Weg ein großes Selbstbewusstsein gegeben. Ich habe mich auch nicht durchgesetzt in Hintertupfingen, sondern ich bin von Rostock zu Bayern München gegangen. Dort alles erst einmal auf privater Ebene hinzubekommen (war schwer): Das erste Mal keine Eltern, ein gewisses Heimweh, Vermissen von meinem Bruder, mit dem ich 16 Jahre lang Seite an Seite gelebt habe. Das war auf der einen Seite und trotzdem dem gerecht zu werden, was von mir erwartet wurde. Bayern hat für mich als 16-Jährigen über 1 Mio Ablöse gezahlt.“

… über seinen Vater
„Es war einfach Fußball, Fußball, Fußball, Fußball, Fußball. Und irgendwann, wenn du das über Jahre machst, verlierst du vielleicht auch so ein bisschen das Gefühl mit anderen Sachen auch zu deinem Vater zu kommen. Der für dich eben fast mehr Trainer ist – du weißt, er ist dein Papa aber Trainer in erster Linie. Du siehst ihn viel mehr an der Seitenlinie Kommandos geben, als du andere Sachen mit ihm besprichst. Wenn du das über Jahre machst, dann verlierst du so ein Gefühl dafür über andere Sachen auch mit ihm zu sprechen.“

… über seinen Sohn
„Ich hab mit Leon letztes Jahr ein Herz für Kinder geschaut im ZDF. Da wurde für Kinder in Afrika irgendetwas gebaut – eine Schule, ein Fußballplatz oder irgendwas. Leon hat dann gesagt, und das war für mich so ein bewegender Moment, mit seinen sechs Jahren, er möchte seine 50 Euro aus seiner Cars Sparbüchse gerne dahin spenden.“

… über Luxus
„Es werden natürlich viele Leute sagen: nach dem Spiel nach Hause zu fliegen mit dem Privatjet, dafür 30.000 Euro zu bezahlen, ist Unsinn, wenn er auch am nächsten Morgen Linie fliegen könnte. Für mich ist das aber kein Unsinn, weil ich bin da, wenn meine Kinder aufwachen. Für mich ist das kein Unsinn, weil mir das vom Gefühl her viel gibt, da zu sein. Wenn die Kids abends noch mein Spiel gucken und ich ihnen dann sage, pass auf, morgen wenn ihr aufwacht, ist Papa da, dann ist das für mich kein Unsinn. Dann zahl ich alles Geld der Welt.“

… über Fußballfans
„In Deutschland gibt es viele Fans, aber in Spanien ist es viel emotionaler. Ich kann es mit Bayern vergleichen. Wenn du damals (in Deutschland) irgendwo hingegangen bist, dann kam auch mal jemand, hat einen erkannt. Aber in Madrid sind alle versammelt, die lassen dich im positiven Sinne nicht mehr in Ruhe. Auch wenn du mit Familie unterwegs bist – ich erinnere mich an einen Zoobesuch, wo ich nur mit meinem Sohn war und wo uns die Leute teilweise hinterhergelaufen sind. Das ist ein negativer Teil. Irgendwann ist man wieder Privatperson, in dem Fall Papa. In dem Fall stört es mich noch mehr, weil mein Sohn dabei ist, und wir einfach nur einen guten Nachmittag verbringen wollen. Das ist manchmal für den ein oder anderen Spanier schwierig, diesen Unterschied zu machen.“

… über seine Stiftung
„Wir haben schon ein paar Jahre gespendet – einfach nur, weil wir das wichtig fanden. Irgendwann war mir das nicht mehr genug im Sinne von, wo kommt das genau an? Kommt das überhaupt an? Und da wollt ich gerne selbst auch wissen, dass es ankommt und wie kann ich das besser als mit meinem eigenen Namen da zu stehen. Von daher die Idee der Stiftung. Es ist eine Stiftung für kranke, schwer kranke Kinder geworden und es gab dazu ein Schlüsselerlebnis: Mit Real Madrid gehen wir über Weihnachten in Krankenhäuser und bringen Geschenke für Kinder. Da war so ein dreijähriger Junge, der an Krebs erkrankt war. Der hatte genau das gleiche Alter wie Leon damals. Das war für mich das Thema. Diesen Jungs willst du helfen, willst du Wünsche erfüllen.“

… über seine berufliche Zukunft
„Was ich mir vorstellen könnte, wenn du da mal einen coolen Kommentator hast, da an der Seite zu sitzen, mit zu kommentieren, gewisse Sachen zu erklären. Das ist ja was anderes als ein Experte, der sitzt nach dem Spiel da und sagt, was schlecht oder was gut war. Als Trainer sehe ich mich nicht, maximal vielleicht noch von einer kleinen Jugendmannschaft. Weil ich diesen Reisestress, dieses halbe Leben im Hotel, dieses weg von der Familie – das will ich nicht mehr.“